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Der Charme früherer Zeiten

General Anzeiger I 20.05.2016

Königswinter. Das denkmalgeschützte Adam-Stegerwald-Haus in Königswinter wird derzeit zum Altenpflegeheim umgebaut.

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Alt- und Neubau gehen beim Kaiserpalais in der Altstadt eine gelungene Verbindung miteinander ein.
Foto: Frank Homann 

 

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Neue Leitungen müssen in großer Anzahl auch in dem Altbau verlegt werden. Foto: Frank Homann 

 

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Ein Buntglasfenster im denkmalgeschützten Treppenhaus des früheren Adam-Stegerwald-Hauses. Foto: Frank Homann 

Einst wohnte hier der Kommerzienrat Barthels. Später wurde die Villa von Jakob Kaiser für den Verein „Arbeiterwohl“ erworben. 1948 wurde das Haus dann nach dem Mitbegründer der christlichen Gewerkschaften Adam Stegerwald benannt. Jetzt entsteht an der Hauptstraße in der Altstadt das Altenpflegeheim Kaiserpalais. Im Februar 2017 sollen hier die ersten Senioren einziehen.

Die alten Schilder in der Eingangshalle tragen noch die Aufschrift „Jakob-Kaiser-Stiftung Zimmer 1 bis 17“ und erinnern an den früheren Seminarbetrieb. Den Charme alter Zeiten hat sich das unter Denkmalschutz stehende Gebäude bis heute bewahrt. Auch wenn es in diesen Tagen vor allem eines ist – eine große Baustelle.

Wer in einer der sechs Wohnungen für betreutes Wohnen einmal leben wird, hat sicher eine gute Wahl getroffen. Die Wohnungen sind im historischen Teil des neuen Pflegeheims auf zwei Etagen verteilt. Die großzügige Eingangshalle, die – ebenso wie das unter Denkmalschutz stehende Treppenhaus – erhalten bleibt, der Mosaikboden und die alten Kronleuchter bilden ein repräsentatives Entree für die künftigen Besucher.

Die sechs Wohnungen sind zwischen 45 und 80 Quadratmeter groß und erhalten einen separaten Eingang von der Hauptstraße aus. „Wir haben erste Reservierungsvereinbarungen mit Interessenten getroffen. Drei Monate vor Eröffnung werden wir die Mietverträge abschließen“, sagt Martin Niggehoff von der Geschäftsführung der Carpe Diem Gesellschaft für den Betrieb von Sozialeinrichtungen. Das Kaiserpalais ist bereits die 22. Einrichtung des 1998 gegründeten Unternehmens mit Sitz in Wermelskirchen. Investor ist die eigens gegründete Kaiser-Palais-I-Königswinter GmbH.

Große Nachfrage

Die Nachfrage ist groß, berichtet Niggehoff. Auch an diesem Informationstag sind viele Besucher gekommen, um sich über das Projekt unterrichten zu lassen. „Wir würden gerne noch mehr Betreutes Wohnen in Königswinter anbieten“, so der Geschäftsführer des Betreibers. Darüber sei man in Gesprächen mit der Stadt. Schließlich gebe es in der Altstadt viele interessante Immobilien. Bei den Gesprächen mit Interessenten höre man immer wieder, dass viele ältere Menschen ihr großes Haus aufgeben, aber nicht aus Königswinter wegziehen wollen.

Im alten Gebäude und in dem über das Treppenhaus mit ihm verbundenen, dahinter gelegenen viergeschossigen Neu- und Erweiterungsbau an der Remigiusstraße entstehen im stationären Bereich insgesamt 80 Pflegeappartements, die in Einheiten von zehn bis zwölf Zimmern zu Wohngruppen zusammengefasst werden. Für stark demente Bewohner ist im Dachgeschoss ein besonders geschützter Bereich vorgesehen. Dazu kommen 15 Kurzzeitpflegeplätze im Untergeschoss. Im Anbau wird ein ambulanter Pflegedienst sein Büro beziehen.

Eine besondere Attraktion der Einrichtung soll das öffentliche Restaurant im Bereich der Eingangshalle werden. „Wir möchten ein fester Bestandteil der Gemeinde werden. Über unser Restaurant wollen wir Kontakte zu Vereinen und anderen Gruppen knüpfen“, sagt Niggehoff. Darüber hinaus schaffe sein Unternehmen in der Königswinterer Altstadt zwischen 80 und 100 Arbeitsplätze und bilde zusätzlich in mehreren Berufen vom Gesundheitskaufmann bis zur Pflegekraft aus.

Ayten Saltik freut sich bereits auf ihre Tätigkeit als Einrichtungsleiterin im Kaiserpalais. Die gelernte Pflegefachkraft, die zurzeit noch im Produktmanagement des Unternehmens arbeitet, reizt besonders, dass das Haus durch den Altbau „unheimlich viel Charme“ habe. Wie als Bestätigung sieht sie am Infotag den Besuch einer Gruppe von Damen, die früher bei der Jakob-Kaiser-Stiftung in dem Gebäude gearbeitet haben. Der nächste Infotag findet am 21. Juni statt. (Hansjürgen Melzer)