„Sowas nochmal erlebt zu haben…“

Interview mit Prinzessin Anita I. (Anita Presuhn)

Was passiert, wenn eine Ur-Niedersächsin, die aus familiären Gründen nach Euskirchen emigriert ist, gefragt wird, ob sie Karnevalsprinzessin werden möchte? Nun, das durften wir alle hier im Senioren-Park carpe diem Euskirchen in dieser Session miterleben!

Die im betreuten Wohnen lebende Frau Presuhn sagte „ja“, nachdem sie das Ansinnen, welches von Frau Junkersdorf an sie gerichtet worden war, „erstmal verdaut“ hatte. „Ich lag nachts wach im Bett und hatte Sorge die ganze Mannschaft zu blamieren“, erzählt sie schmunzelnd. Doch Frau Presuhn sollte ihren Wagemut nicht bereuen: „Sowas noch mal erlebt zu haben“ im Alter von 88 Jahren, ist nur eines ihrer positiven Resümees. In den 40 Jahren die Fr. Presuhn in Kassel verlebte, nahm sie die „Verrückten hier im Rheinland“ schon mit Verwunderung wahr… „Aber ich verstehe es jetzt“, sagte sie während unseres Gesprächs lachend und der „Auslöser“ für das Interesse an Karneval waren für sie die „süßen Kindergruppen“, bei denen selbst die Kleinsten, die gerade mal laufen können, schon in Originalkostümchen mit auf der Bühne tanzen!

Unterstützt von Frau Junkersdorf und ihrer Freundin Frau Schoenenberg, die sie hier im Senioren-Park carpe diem als Sitznachbarin im „Café-Restaurant Vier Jahreszeiten“ beim Mittagessen 2013 kennengelernt hatte, absolvierte sie ihre Regentenschaft mit Bravour und vor allem ganz viel Freude: „Alle waren so nett, wohin ich auch kam, schlug mir soviel Zuneigung, Unterstützung und Enthusiasmus entgegen, dass ich dachte, es ist einfach schön und ein Erlebnis, für das ich dankbar bin“. Denn auch das Leben von Frau Presuhn war natürlich von Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Als ihr an Alzheimer erkrankter Ehemann nach langer Pflege im Jahr 2012 verstarb, war die Chefsekretärin zunächst ganz alleine in einem großen Haus und wollte dann in die Nähe zu dem in Euskirchen wohnenden Sohn und der in Kuchenheim wohnenden Enkelin ziehen.

Ihr Sohn unterstützte sie nach Kräften und richtete ihr mit ihren Möbeln das Appartement des betreuten Wohnens so ein, dass sie dachte, sie käme nach Hause, als sie die Wohnung das erste Mal betrat – sie selbst hatte sich für den Senioren-Park carpe diem entschieden, weil ihr die Fontäne des Schillerparks bei einem Ausflug ins Auge gefallen war und es hier in Euskirchen „nicht so enge Gassen gibt wie in Köln“. Frau Presuhns Erlebnisse mit den rheinischen Frohnaturen und dem Karneval zeigen uns allen, egal wie das Leben auch spielt und wie alt man auch wird: Karneval kann immer eine Bereicherung sein und macht „das Leben wirklich ein bisschen leichter“, wie Frau Presuhn so schön sagte.