Eine Sache des Herzens

Kölnische Rundschau v. 11.12.2015 VON CLAUDIA ROBERZ

Vertretungsgremium legt sich für Heimbewohner ins Zeug

Das Vertretungsgremium der Heimbewohner mit Ivonne Duve, Helmuth Riebe (vorne) und Holger Bremer arbeitet mit Heimleiter Alfred Wülferath (l.) konstruktiv zusammen. (Foto: Roberz)

Das Vertretungsgremium der Heimbewohner mit Ivonne Duve, Helmuth Riebe (vorne) und Holger Bremer arbeitet mit Heimleiter Alfred Wülferath (l.) konstruktiv zusammen.(Foto: Roberz)

EUSKIRCHEN. „Es ist auch für mich das erste Mal, dass ich mit einem Vertretungsgremium der Heimbewohner zusammenarbeite. Und ich muss sagen, es ist eine wirklich gute, konstruktive Arbeit.“ Alfred Wülferath, Heimleiter der Euskirchener Senioren-Einrichtung Carpe Diem, ist begeistert vom Einsatz des fünfköpfigen Teams, das die 90 Bewohner des stationären Bereichs vertritt. „Auch wenn deren Tagesordnung immer viel zu lang ist, um sie in zwei Stunden durchzugehen“, sagt Wülferath schmunzelnd. Bisher wurden auch im Carpe Diem die Interessen der stationär aufgenommenen Bewohner durch einen Bewohnerbeirat, der im Wohn und Teilhabegesetz NRW zwingend für Betreuungseinrichtungen vorgeschrieben ist, vertreten. Bei dessen Neuwahl im Sommer fanden sich aber keine Bewerber mehr aus den Reihen der Bewohner. „85 Prozent unserer Bewohner sind Frauen. In deren Generation ist es nicht selbstverständlich, sich als Frau politisch zu engagieren“, erläutert der Heimleiter. „In diesem Fall hat die Heimaufsicht des Kreises ein Vertretungsgremium bestellt. Einen Monat lang wird das Gremium ausgeschrieben“, erläutert Alfred Wülferath. Wie beim Bewohnerbeirat mussten sich fünf Bewerber für das Vertretungsgremium melden. Um im Sinne der Bewohner reden und handeln zu können, waren hier vor allem Angehörige der Heimbewohner aufgerufen. Und die fanden sich schließlich auch mit Ivonne Duve, Inge Lessenich, Frank Stork, Holger Bremer und Helmuth Riebe. Dass vier der fünf Gremiumsmitglieder auch dem Vorstand des neu gegründeten Fördervereins des Hauses angehören, kommt nicht von ungefähr.

Die Lebensqualität ihrer Angehörigen sowie aller Bewohner ist ihnen eine Herzensangelegenheit. Dazu sind die fünf Gremiumsmitglieder, die Holger Bremer als Vorsitzenden gewählt haben, fast täglich im Haus, kennen sich hier bestens aus. Einmal im Monat trifft sich das Gremium mit der Heimleitung, spricht über Beschwerden, Verbesserungsvorschläge oder Ausflüge und stellt mit der Heimleitung den Menüplan auf. Für alle Fragen der Bewohner gibt es eine monatliche Sprechstunde.